Gemeinsam zum Leistungsabzeichen

Mannschaft der Bergsträßer Kreisjugendfeuerwehr in Grein erfolgreich

Die Kreisjugendfeuerwehrleitung Bergstraße ist der Zusammenschluss aller Jugendfeuerwehren des Landkreises Bergstraße. Organisatorisch dem Kreisfeuerwehrverband unterstellt, organisiert der Zwölfköpfige Vorstand unter anderem das Ehrungswesen, Jugendfeuerwehrwettkämpfe, Informationsveranstaltungen, Ausflüge, etc. Hauptaufgabe ist jedes Jahr die Vorbereitung und Durchführung des jährlichen Kreiszeltlager der Bergsträßer Jugendfeuerwehren mit bis zu 1.500 Teilnehmern.
Einmal jährlich findet als Jahresversammlung die sogenannte Delegiertenversammlung statt. Im Rahmen dieser Versammlung warb Wolfgang Müller als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands unter anderem um mehr Teilnehmer für die hessischen Feuerwehrleistungsübungen.
Die Mitglieder der Jugendleitung berieten wie eine Werbung und Unterstützung für diesen Wettbewerb erfolgen könnte. Schnell wurde die Idee geboren als eigene Mannschaft an den Wettkämpfen teilzunehmen. Erstens um die Anforderungen des Wettbewerbs aus eigenen Augen kennenzulernen und um diese Erfahrungen auch an die Bergsträßer Jugendfeuerwehren weiterzugeben.
Es fanden sich sechs Teilnehmer, die eine Wettkampfstaffel für die Leistungsübung gründeten. Lukas Vondung Fachberater Medientechnik (Feuerwehr Viernheim) übernahm die Position des Staffelführers. Kreisjugendfeuerwehrwart Lutz Machleid und Sachgebietsleiter Stefan Diefenbach (beide Feuerwehr Zwingenberg) besetzten den Angriffstrupp. Den Wassertrupp bildete die Chefin des Jugendforums, Elena Sax (Feuerwehr Viernheim) und Bezirksjugendwart Pierre´-Andre Reising (Feuerwehr Elmshausen). Als Maschinist fungierte der Schriftführer Dirk Wagner (Feuerwehr Hofheim).
Die hessische Feuerwehrleistungsübung wurde durch die Landesfeuerwehrschule in Kassel ausgearbeitet und gliedert sich in drei Abnahmen. Die erste Stufe findet in jedem der 26 hessischen Landkreise statt. Die besten Mannschaften aus den Kreisentscheiden treten auf Ebene der drei Regierungsbezirke gegeneinander an. Höhepunkt ist dann der Landesentscheid in dem der „Hessenmeister“ gekürt wird.
Die Leistungsübung hat einen Bezug zur Einsatzpraxis der Feuerwehren. Ein simulierter Einsatz bei einem Wohnhausbrand mit Menschenrettung, Einsatz einer Feuerwehrleiter und Atemschutzgeräten ist Grundlage der Praxis. Viel Wert wird auf die richtige Durchführung von Funksprüchen und Befehlen gelegt. Aber auch die richtige Durchführung von Schlauchverlegung und die Zeit die bis zum Befehl „Feuer aus!“ verstreicht ergibt Wertungspunkte. Vor der Praxis müssen alle Teilnehmer einen Fragebogen mit schwierigen Fachfragen beantworten. Als letzte Disziplin kommt es auf die Handfertigkeit und Schnelligkeit beim Binden von verschiedenen Feuerwehrknoten an. Alle drei Disziplinen ergeben die Gesamtleistung der Mannschat die in den Leistungsstufen Bronze, Silber und Gold eingestuft werden.
An sechs Übungstagen trafen sich die Wettkämpfer bei der Feuerwehr Hofheim um zu üben. Als Einsatzfahrzeug stellten uns die Hofheimer, in Rücksprache mit dem Stadtbrandinspektor aus Lampertheim, dankenswerterweise ein Löschfahrzeug zur Verfügung.
Die als Wettkampfgeräte erforderlichen Kriechtunnel und Leitergerüst wurden aus Paletten nachgebaut. Bei zahlreichen Übungen wurden die Anforderungen der Wettbewerbsausschreibung trainiert und die zeitlichen Abläufe optimiert. Das Auswendiglernen der umfangreichen Funksprüche trieb den Teilnehmer zusätzliche Schweißperlen auf die Stirn.

Bei einem weiteren Übungstermin bei der Feuerwehr Einhausen gab uns Günter Schmitt als langjähriges Mitglied der dortigen Wettkampfmannschaft weitere Tipps für die bestmögliche Durchführung der Übung.
Nach der Generalprobe ging es für die Bewerber sehr früh am Samstagmorgen los. Die Abnahme des Kreises Bergstraße fand dieses Jahr nämlich im entfernten Grein statt und das Eintreffen der Mannschaften war für 7 Uhr bestellt.
Die Feuerwehr Grein hatte alles perfekt organisiert und die gemeldeten zehn Mannschaften konnten sich vor der theoretischen Prüfung mit dem ein oder anderen Käsebrötchen stärken.
Im Anschluss zogen alle Teilnehmer in das Dorfgemeinschaftshaus ein um unter Aufsicht der Schiedsrichter aus dem Odenwaldkreis die Fragebögen zu beantworten. Auch der stellv. Kreisbrandinspektor Werner Trares und die Kreisbrandmeister Sven Falter und Volker Steiger hatten ein wachsames Auge auf die Prüflinge.
Mit der Startnummer fünf konnten sich unsere Mannschaft zuerst die Übungen der anderen Mannschaften anschauen bevor wir unser Fahrzeug besetzten und zum Übungsplatz vorfahren durften. Die eigentliche Durchführung der Übung verging für die Staffel wie im Flug und unser Staffelführer stellte sich der Kritik der Schiedsrichter. Optimierungsbedarf sahen die unparteiischen bei der Durchführung des Funkverkehrs und der Verlegung der Feuerwehrschläuche. Auch bei der Zeit konnten wir nicht mit den erfahrenen anderen Mannschaften mithalten. Allgemein wurde uns aber eine gute Arbeit bescheinigt.
Nun hieß es warten auf die Auswertung und Siegerehrung. Beim Mittagessen, auch durch die Feuerwehr Grein gekocht, und Gesprächen mit den anderen Mannschaften konnte man sich die Wartezeit vertreiben.
Die Siegerehrung wurde durch Landrat Christian Engelhardt, stellv. Kreisbrandinspektor Werner Trares und den Verbandsvorsitzenen Wolfgang Müller durchgeführt.
Trotz der erstmaligen Teilnahme unserer Staffel konnten wir die zweitbeste Leistungsstufe Silber erreichen. Als Zeichen für diesen Erfolg dürfen alle Mannschaftsmitglieder nun das Eiserne Feuerwehrleistungsabzeichen an ihrer Uniform tragen. Den ersten Platz belegte die erfahrene Mannschaft der Feuerwehr Fürth.
Die gemeinschaftlichen Übungen und die Durchführung des eigentlichen Wettbewerbs haben die teilnehmenden Mitglieder der Kreisjugendfeuerwehrleitung weiter zusammenrücken lassen und die kameradschaftliche Zusammenarbeit gefördert. Auch die Urspungsidee zur Bewerbung des Wettbewerbs wird weiterverfolgt. Wir werden bei den geplanten Terminen der Kreisjugendfeuerwehr von unseren Erlebnissen berichten und versuchen weitere Feuerwehren für die Teilnahme zu begeistern.