Jugendfeuerwehr Schönmattenwag säuberte die Umwelt

Mit dieser „Ausbeute“ hätte niemand gerechnet. Was die Jugendfeuerwehr Schönmattenwag hinter dem Parkplatz am Haus des Gastes an Müll aus Böschung, Abhang und darunter liegendem Gelände holte, sorgte nicht nur für Erstaunen, sondern fast schon für Entsetzen – darüber, was gedankenlose Zeitgenossen alles in die Landschaft kippen, schütten, rollen und leeren.

Und das allem Anschein nach über Jahre hinweg, wie alte Reifen oder Fernseher aus den 70er Jahren bewiesen.

Der Wald-Michelbacher Bauhof dürfte mit dem Ergebnis der Feuerwehraktion Marke „Saubere Landschaft“ seine liebe Müh und Not haben. Denn der zur Verfügung gestellte Anhänger reichte bei Weitem nicht für den ganzen Unrat aus, den die Bambini und Jugendlichen in über einstündiger Arbeit aus den Büschen zogen. 22 von 30 Heranwachsenden waren mit Eifer zu Gange, angeleitet von Bambiniwartin Tanja Ritter sowie den Jugendwarten Daniel Koudele, Max Haberkorn und Kevin Lörsch. Ein paar Aktive aus der Einsatzabteilung packten ebenfalls mit an.

Mit den gefundenen Reifen könnte man eine ganze Gebrauchtwagenflotte ausstatten. Was bei der Suche zutage gefördert wurde, übertraf die schlimmsten Erwartungen. „Wir haben von oben vielleicht drei oder vier Reifen gesehen“, meinte Tanja Ritter. Pustekuchen. Es waren dann satte 80 Stück, die schließlich auf dem Anhänger landeten. „Von Motorrädern, Rollern und Autos“, sagte Max Haberkorn. Und die lagen schon lange unterhalb des Parkplatzes: Reifen aus den Jahren 2002 bis 2013 wurden aus dem Gestrüpp gezogen.

Auch sonst scheint sich die Stelle hinter dem Glascontainer als beliebter Platz für wilde Müllentsorgung herumgesprochen zu haben. Die Jugendlichen bargen mehr oder weniger eine komplette Haushaltsausstattung in mehrfacher Ausfertigung aus dem Hang: Fernseher, Mikrowelle, alte Computerbildschirme, Geschirr, Schuhe, Wäscheständer, Elektroschrott, Toaster, Herdplatte, Getränkekisten, alte Mülltonnen, Rohre, Bierfässer, Malerausrüstung, Schubkarre und, und, und… „Da waren sogar noch ein paar original verpackte Steckdosen dabei“, schüttelte Tanja Ritter mehr als verwundert den Kopf.

Nicht mehr nur verwundert, sondern eher empört waren die Feuerwehrleute über die Gedankenlosigkeit ihrer Zeitgenossen. „Wer illegal Müll entsorgt, wird von der Gemeinde zur Anzeige gebracht“, meinte die Feuerwehrfrau. Wie jetzt der Mitbürger, dessen Adresse man in einem Müllsack mit diversem Kleinkram wie Fußmatten, Autoteilen oder Gurten fand. Es gibt auch bereits einen Verdacht, wer die Reifen dort entsorgt haben könnte.

„Wir konnten gar nicht alles rausholen, das war teilweise schon überwuchert und verwachsen“, erläuterte Max Haberkorn, dass dort wohl schon lange nicht mehr nachgeschaut worden war. Deshalb überlegen die Jugendbetreuer auch, die Aktion vielleicht öfters durchzuführen. Ins Rollen gekommen war sie durch Anmerkungen in einer Ortsbeiratssitzung über die zahlreichen wilden Müllablagerungen auf Gemeindegebiet. Denn der Parkplatz am Haus des Gastes ist nur die Spitze des Eisbergs.

Tanja Ritters Vater Thomas nahm von dort die Anregung mit und gab sie an die Bambiniwartin weiter. Die freute sich, dass von den Jugendlichen gleich ein „Klar, wir sind dabei“ statt ein „Kein Bock“ kam. Mit Helm, Handschuhen und Feuerwehr-Klamotten angetan, wurde im Rahmen der regulären Übungsstunde die Landschaft gesäubert, den Hang hoch und runter gekraxelt. Die Jagdgenossen aus Unter-Schönmattenwag waren vom Eifer der Nachwuchs-Feuerwehrleute so angetan, dass sie eine Spende von 100 Euro für die Jugendkasse ankündigten.

Der Bulldog von Thomas Ritter machte die „Bergung“ der vielen Reifen einfacher. Mit der Seilwinde wurden diese nach oben gezogen. Wie viel Müll tatsächlich zusammenkam, ließ sich nur schwer einschätzen. Aber zwischen einer und eineinhalb Tonnen lagen die realistischen Annahmen. Mitglieder des Ortsbeirats um Ortsvorsteher Hans-Dieter Martin schauten zum Abschluss der Aktion vorbei und dankten den Jugendlichen für ihr großes Engagement. Die wiederum freuten sich über die Anerkennung durch die örtlichen Mandatsträger.

Jugendwart Daniel Koudele hob die Aktion als „ersten Beitrag der zusammengelegten Jugendfeuerwehr“ beider Ortsteile für die Bevölkerung hervor. Und das genau in der Mitte zwischen den beiden Schönmattenwags – besser geht es kaum. Als Lohn gab’s für alle fleißigen Sammler im Anschluss im Feuerwehrhaus Bratwurst mit Brötchen und etwas zu trinken.

Text und Bild von: Überwald-Nachrichten