Leistungsspangen und Jugendflammen 2019

Wie vielseitig die Feuerwehrarbeit ist, spiegelte sich bei mehreren Stationen wider, die die Teilnehmer der Jugendflamme -eine Auszeichnung der Deutschen Jugendfeuerwehr- durchliefen und dabei einiges an Fachwissen den Wertungsrichtern präsentieren mussten. Während im Rahmen des 54. Kreiszeltlagers der Jugendfeuerwehren des Kreises Bergstraße 30 Jugendliche die Stufe 2 absolvierten, legten 14 Jugendliche die höchste Stufe 3 ab. Intensiv wurde sich in den letzten Monaten auf diesen besonderen Tag vorbereitet. Selbstverständlich begleiteten Betreuer den Nachwuchs, auch wenn sie natürlich nicht helfen durften – aber eben zuschauen und die Daumen drücken. Die feierliche Überreichung der Abzeichen erfolgt am Samstagabend auf dem Weiherhausstadion-Gelände.
Bereits nach dem Aufstehen waren die Jugendflammen-Teilnehmer ein wenig angespannt und aufgeregt. Doch bekannt war für die Jugendlichen solch eine Prüfung schon, denn Voraussetzung für die jetzige Teilnahme war die Stufe 1, die mit etwa 10 Jahren auf Ortsebene abgenommen wurde. Alle angetretenen Mitglieder einer Jugendfeuerwehr arbeiteten im Team zusammen, meisterten die Aufgaben und beantworteten zahlreiche Fragen, welche im späteren aktiven Dienst immer wieder gebraucht werden. Da stand zum Beispiel ein Staffellöschfahrzeug. Jeder Bewerber musste zwei Buchstaben ziehen und die entsprechenden Geräte näher erklären, die mit diesem Buchstaben beginnen – beispielsweise das Belüftungsgerät, die Pumpe oder das hydraulische Rettungsgerät. Direkt daneben mussten die Mädchen und Jungen ab 13 Jahren unter Beweis stellen, wie richtig ein Einsatzfahrzeug an einer Einsatzstelle abgesichert wird. Neben dem Einschalten von Warnblinkanlage und Rundumkennleuchte, braucht es Leitkegel sowie Blink- bzw. Blitzlampen. Jedes Details floss in die Gesamtbewertung ein und die Wertungsrichter stellten einige Rückfragen.
Bei Brandeinsätzen sind die Feuerwehrkräfte auf ausreichend Löschwasser angewiesen. Zwar verfügen viele Fahrzeuge über Tanks, doch bei größerem Feuer reicht dies längst nicht aus. Deshalb muss eine Wasserversorgung mit einem Unterflurhydranten aufgebaut werden. Bei der Jugendflammen-Abnahme wurden Funktion und Handhabung von Standrohr -inklusive Dichtung, Schraubventile und Tragweise- sowie des Hydranten unter die Lupe genommen. Erkennen sind Hydranten an einem Hinweisschild mit einer roten Umrandung und einem großen „H“ darauf. Gezeigt werden musste zudem, wie zwei bereits ausgerollte B-Druckschläuche mit einem sogenannten Kupplungsschlüssel gekuppelt und gelöst werden. Konzentration war beim Aufbau eines improvisierten Wasserwerfers gefragt. Zum Einsatz kamen drei B-Schläuche, zwei Verteiler, ein Stützkrümmer, ein B-Strahlrohr und ein C-Schlauch. Zu guter Letzt gab es noch ein sportliches Element – es musste eine Balancierstrecke, die nicht gerade einfach daherkam, bewältigt werden.
Im direkten Anschluss an die Jugendflamme der Stufe 2, machten sich die Teilnehmer der Stufe 3, welche sich an die Zielgruppe der 15-Jährigen richtet, bereit. Voraussetzungen hierfür sind die erfolgreiche Teilnahme an einem Erste Hilfe-Kurs sowie das Bestehen der Jugendflamme 2. Im Mittelpunkt der Praxisübungen stand der Transport von Wasser über einen simulierten zwei Meter breiten Graben und der anschließende Aufbau eines Schaumangriffs. Darüber hinaus galt es, eine Themenarbeit anzufertigen sowie feuerwehrtechnische Aufgaben im Bezug auf Schnelligkeit und Geschicklichkeit, unter Berücksichtigung von Feuerwehrdienstvorschriften, gemeinsam zu lösen. Ob letztendlich bestanden wurde, erfahren die Teilnehmer am Samstagabend. Da findet um 19.30 Uhr die Siegerehrung, im Beisein von Landrat Christian Engelhardt und weiteren Ehrengästen, statt.
Zusätzliche Hintergrundinformation: Die Jugendflamme ist ein Ausbildungsnachweis in Form eines Abzeichens für Jugendfeuerwehrmitglieder und wird in drei Stufen gegliedert. Ein bundeseinheitlicher Leitfaden gibt die Bedingungen, Durchführung und Vergabe vor. Je nach den örtlichen Gengegebenheiten können die Übungen angepasst werden. Eine länderübergreifende Anerkennung ist gegeben und die Jugendflamme kann zudem mehrfach in verschiedenen Bundesländern erworben werden. Welche Ziele stecken hinter der Jugendflamme? Laut der Deutschen Jugendfeuerwehr sind Wettbewerbe sowohl nach innen (für die Jugendlichen, Jugendgruppenleiter, Jugendfeuerwehrwarte, Eltern, Aktive) als auch nach außen (Eltern, Schule, „Mit-Jugendliche“, Gemeinde- und Stadtverwaltung, andere Jugendverbände, Verbandsleitung, Presse, Öffentlichkeit) Kristallisationspunkte für Inhalt, Form, Wertesetzung und Gestaltung der Jugendarbeit der Feuerwehren. Ursprünglich entwickelte wurde das dreistufige Programm von der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, worin diverse feuerwehrtechnische Ausbildung aufgegriffen wird, ebenso aber auch Inhalte und Methoden der allgemeinen Jugendarbeit und sozialem Umgang.
Gleichzeitig ist die Jugendflamme dafür gedacht, die Zeit innerhalb der Organisation attraktiv und abwechslungsreich zu gestalten – deshalb müssen die Stufen auch mit zeitlicher Versetzung absolviert werden. Auf solch einer Basis kann immer wieder Neues vermittelt und vertieft werden. Bei der Jugendflamme der Stufe 1 kommt das Abzeichen mit einer gelben Flamme daher, bei Stufe 2 mit einer gelben und orangenen Flamme und bei der 3. Stufe mit einer gelben, orangenen und roten Flamme. Getragen wird das Abzeichen auf der linken Brusttasche des Übungsanzuges. Mitglieder der Feuerwehr, die die Jugendflamme erworben haben, tragen sie als Bandschnalle sichtbar am Dienstanzug der Feuerwehr gemäß den Vorgaben des Deutschen Feuerwehrverbandes.
Teilnehmer der Jugendflamme, Stufe 2: Lara Zaplatilek, Clarissa Prechtl, Moritz Bletz, Max Buhrke und Nico Zaplatilek (alle Birkenau), Rebecca Sauer und Anastasia Trubljanin (beide Darsberg), Silas Gottwald (Einhausen), Lea Gräsel, Bashar Day, Fabian Eck (alle Heppenheim), Gregor Sauer (Hüttenfeld), Gianluca Batticane, Fabio Sanna und Ben Unvericht (alle Lampertheim), Nico Müller und Tomasz Majczak (beide Lautertal), Maximilian Maaß, Maximilian Eichhorn, Jonas Eichhorn, Simon Helmke, Robin Michelbach, Niklas Bergsträßer und Jakob Schulze (alle Lorsch), Lea Gehron, Mirco Koob, Sören Kadel und Lennard Nickel (alle Ober-Mumbach), Timo und Leon de Bruin (beide Viernheim)
Teilnehmer der Jugendflamme, Stufe 3: Lara Braun (Darsberg), Johannes Karn, Aron Philipp, Carlos Will, Max Stürmer und Nico Schanter (alle Einhausen), Gregor Sauer (Hüttenfeld), Sophia Gebhardt, Jana Kern, Jannik Reiber und Lars Wagner (alle Lampertheim), Tim Bormuth und Leon Barthel (beide Lautertal), Sven Mettler (Viernheim).

Text: Daniel Klier / Feuerwehren der Metropolregion Rhein-Neckar